„Kleine Freuden“ operiert unterhalb der Schwelle des Spektakels. Das Projekt verweigert sich der Monumentalität, die den öffentlichen Raum oft als Bühne der Sichtbarkeit besetzt, und richtet den Blick stattdessen auf jene Zonen, die wir täglich durchqueren, ohne sie wahrzunehmen: Fensterscheiben, Eingangstüren, transparente Membranen zwischen Innen und Außen. Diese Oberflächen sind keine neutralen Träger, sondern Speicher von Blicken, Bewegungen und Abnutzung.
Die hier platzierten Skulpturen bestehen aus gefundenen Fragmenten der unmittelbaren Umgebung – Materialien mit eigener Geschichte, bereits gezeichnet von Zeit, Wetter und Gebrauch. In der Montage auf Glas werden sie zu hybriden Bildern: halb Objekt, halb Spiegelung. Sie zeigen nichts Neues, sondern verschieben bestehende Ordnungen minimal.
„Kleine Freuden“ ist keine Intervention gegen den Ort, sondern eine Verhandlung mit ihm. Die Zusammenarbeit mit den Inhaberinnen und Inhaber der Orte macht den öffentlichen Raum zu einem geteilten Produktionsfeld. Temporär installiert, bleiben die Arbeiten bewusst verletzlich. Sie existieren im Modus des Vorübergehens – als Einladung, kurz innezuhalten und die Bedingungen von Sichtbarkeit neu zu denken.