FotoseriePortale
Der Spiegel ist in der Kunst und Philosophie ein Gegenstand mit großer symbolischer Kraft. Die Spiegelung ist ein Zwilling, dem Original sehr ähnlich, aber dennoch anders. In vielen Kulturen ist der Glaube verbreitet, dass ein Spiegel den Zugang zu einer anderen Welt oder einer anderen Dimension öffnen kann. Geister, Dämonen oder andere übernatürliche Wesen können sich dort befinden. Meine Fotografien zeigen den Blick in Verkehrsspiegel. Dellen und Schrammen im Spiegel verzerren allerdings kleine Teile innerhalb der Spiegelungen. Diese wirken wie digitale Bildstörungen, die optischen Phänomene sind jedoch Teil der Aufnahme. Die mechanisch erzeugten Spuren verändern das originale Abbild. Wir sehen eine reflektierte Realität, die nicht der Quelle entspricht. Die Bildstörungen in der Matrix erzeugen “visuelle” Öffnungen. In der Tradition von Science-Fiction und Fantasy (z.B. “Alice hinter den Spiegeln” von Lewis Caroll) gleichen sie den fantastischen Portalen durch die eine Reise durch Raum und/oder Zeit stattfinden kann. Vor den Fotografien werden die Betrachter:innen zu Akteur:innen im Angesicht des Wurmlochs. Das Portal ist offen.
In art and philosophy, the mirror is not a neutral object, but a machine of duplication. It produces an image that resembles the original without ever corresponding to it. The reflection is a technical twin: dependent, unstable, potentially treacherous. In many cultural narratives, the mirror marks a threshold—a transition to other dimensions where ghosts, demons, or alternative orders exist.
The photographs focus on traffic mirrors, functional objects of control and orientation. But their surfaces are damaged. Dents and scratches fragment the reflection and create disturbances reminiscent of digital artifacts. These “errors” are not simulations, but part of the photograph itself. Mechanical violence inscribes itself into the image and subverts the idea of objective representation.
What becomes visible is a second-order reality: reflected, distorted, political. The image disturbances appear like cracks in the matrix, visual openings reminiscent of science fiction and fantasy narratives—such as Alice Through the Looking Glass. In front of the photographs, viewers become actors. They stand before a wormhole in which perception, technology, and fiction collapse. The portal is open.