Die zugrunde liegende Idee ist das Bruchstückhafte. Nichts tritt hier als Ganzes auf, alles erscheint als Fragment, als Rest, als Störung im System. Die audiovisuelle Installation besteht aus gefundenen Autospiegeln, Lautsprechern und Lichtquellen – Objekten, die ursprünglich der Orientierung, der Warnung, der Übertragung dienten. Jetzt sind sie beschädigt, zweckentfremdet, neu verschaltet.
Ausgehend von einer Leuchtstoffröhre mit Zündschwierigkeiten entfaltet sich eine mehrkanalige Klangperformance (von Christian EIckhoff). Das Licht flackert, zögert, versagt. Es setzt ein und bricht ab. Über im Raum verteilte Lautsprecher wird der Ton fragmentiert, zeitlich versetzt, räumlich verschoben. Synchronisation ist hier ein Mythos.
Das unstete Licht wird von geborstenen Auto-Seitenspiegeln reflektiert. Die Spiegel zeigen keine vollständigen Bilder mehr, sondern Splitter, Mehrfachungen, blinde Flecken. Strom-, Mikrofon- und Lautsprecherkabel funktionieren wie eine Raumzeichnung. Sie verbinden die Elemente, legen Abhängigkeiten offen und machen die Infrastruktur sichtbar.
Sound, Licht und Objekte interagieren in einem instabilen Gleichgewicht. Bild und Klang sind gleichermaßen lückenhaft. Bedeutung entsteht nicht trotz, sondern durch den Ausfall. Das Fragment wird zur dominanten Form einer Realität, die sich nur noch in Teilen erfassen lässt.